Von einer sicheren MS wird ausgegangen, wenn mit Hilfe der Liquordiagnostik nachgewiesen wird, daß eine typische Entzündung im Zentralnervensystem vorliegt. Zusätzlich muß ein Nachweis erfolgen, daß die Entzündung an mehreren Stellen der weißen Substanz im ZNS aufgetreten ist. Dieser Nachweis gelingt in der Regel mit der Kernspintomographie und/oder der Messung der evozierten Potentiale (AEP; VEP und SEP).
Wenn jedoch eines der vorgenannten Kriterien nicht erfüllt wird - so z.B. die Entzündung nur an einer Stelle der weißen Substanz im Zentralnervensystem (ZNS) nachgewiesen werden kann - spricht man von einer wahrscheinlichen MS.
Sollte in der bisherigen Krankengeschichte eines Patienten nur einmalig ein einzelnes Krankheitssymptom, z.B. eine Sehnerventzündung, aufgetreten sein und wurden andere mögliche Ursachen ausgeschlossen, so spricht man von einer fraglichen MS.
Vor allem apparativ-technische Weiterentwicklungen der letzten 2 Jahrzehnte haben die Sicherheit der MS-Diagnose deutlich verbessert. Trotzdem ist sie auch heute keinesfalls unproblematisch und birgt immer einen Rest an Irrtumswahrscheinlichkeit in sich. Nach wie vor bleiben daher trotz der Wichtigkeit der apparativ-technischen Untersuchungen ebenso Sachverstand und Erfahrung des Arztes unverzichtbare Hilfsmittel.
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